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An die Grenze Drucken
 
Um als „Mixstorys" in das Thema DDR reinzukommen, haben wir uns nach der Ankunft in Dresden einen Film angeguckt: „An die Grenze" von Stefan Kolditz (Autor) und Urs Jegger (Regie).

an_die_grenze_2Mit „An die Grenze" bietet Autor Stefan Kolditz eine Innenansicht, die bislang noch nie so erzählt wurde. Es werden ganz normale Menschen mit ihren Ängsten, Stärken und Schwächen gezeigt - entgegen jedem gängigen Klischee jener Soldaten, die auf ostdeutscher Seite die Grenze bewachten. Stefan Kolditz: „Die Grenzsoldaten waren nicht diese gehirnlosen, schießwütigen Monster, als die sie von westlicher Seite dargestellt werden."

Nach dem Abitur tritt Alexander Karow seinen Wehrdienst bei den "Grenztruppen der DDR" an. Weil er als Sohn eines renommierten Chemieprofessors keine Privilegien in Anspruch nehmen möchte, lässt er sich zu den Grenztruppen der DDR versetzen. Es ist die Flucht vor einem sorgenden Vater, der erwartet, dass sein Sohn in seine Fußstapfen tritt und Chemie studiert, und die Hoffnung auf einen Sozialismus, der seine Utopien ernst nimmt.  

Die Konfrontation mit der Realität an der deutsch-deutschen Grenze, mit Stolperdrähten, Selbstschussanlagen und Minen machen ihm jedoch schwer zu schaffen. Schon bald wird das Leben in der Kaserne Routine, und wie alle anderen unterliegt auch Alexander den Schikanen des Militärs - als Sohn eines Chemieprofessors und Nationalpreisträgers sogar ein bisschen mehr.

an_die_grenzeZum ersten Mal verliebt er sich in die junge LPG-Bäuerin und Traktorfahrerin Christine: selbstbewusst und anfangs unnahbar, die sich den Grenzern gegenüber sehr distanziert verhält, aber seine Gefühle erwidert. Sie ermutigt ihn, nicht genau das zu tun, was sein Vater von ihm verlangt, sondern seinen eigenen Traum zu verwirklichen, nämlich Fotograf zu werden. Doch als ihr eifersüchtiger Bruder Knut (Frederick Lau) Alex' Fotos der Grenzanlagen für eine oppositionelle Absicht nutzt, gerät alles außer Kontrolle.

"An die Grenze" ist ein sehr beeindruckender Film über die deutsch-deutsche Geschichte. Auf unnötige Dialoge sowie Perspektivenwechsel wird verzichtet - zum Glück, das hätte in diesen Film überhaupt nicht gepasst. Dieser Film zählt wohl den sozialkritistischten Filmen, der in den letzten Jahren gefilmt wurde. Es ist eine beeindruckende Handlung. Jeder Charakter einer einzelnen Person wird, auch in den kleinen Szenen, genau analysiert, was dem Film eine besondere Note gibt. Auch für Spannung ist in diesem DDR-Grenzdrama gesorgt. Auf jeden Fall ist es lohnenswert, ihn anzuschauen.