• Login
  • Links
  • Kontakt
  • Gästebuch
  • Diskussion
  • Suchen
  • Home
Logo
Inhalt
Home
Wer wir sind
Integration
Kultur
Religion
Pass
Biographie
Vorurteile
Rassismus
Reaktionen
Alltag
Interviews, Köln 2005
Antisemitismus
Geschichte
Lexikon
Spurensuche
Fotogalerie
Träger
Kooperationspartner
Archiv
  • Juli, 2010
  • Februar, 2010
  • Juli, 2009
  • Juli, 2008
  • Februar, 2008
  • August, 2007
  • Oktober, 2006
  • April, 2006
  • Oktober, 2005
Besucher
Heute
Gestern
Monat
Gesamt235867


 
Antisemitismus Drucken

Antisemitismus (früher: Judaphobie) ist eine Abart der Xenophobie, die feindselige Beziehung zu Juden als ethnischer oder religiöser Gruppe, die sich in Form von Verfolgung, Erniedrigung, Gewalt oder Diskriminierung äußert. Man unterscheidet mehrere Erscheinungsformen:

  • Der antike Antisemitismus: die häufigsten Anschuldigungen waren, dass die Juden die ganze Welt hassten, gegen nationale Mentalitäten und Bräuche verstießen, die Wirtschaft schädigten und eine religiöse Irrlehre verbreiteten.
  • Der christliche Antisemitismus: wirft den Juden vor, den Jesus als Messias nicht anzuerkennen und für seine Kreuzigung verantwortlich gewesen zu sein.
  • Der rassistische Antisemitismus:  man kann sagen, die „typische" Art, weil gerade mit ihm das Entstehen des Begriffes „Antisemitismus" verbunden ist. Das schlimmste Ergebnis ist - der Holocaust.
  • Der antizionistische Antisemitismus: verbreitet den Hass gegen die nationalstaatlichen Bestrebungen der Juden, vor allem gegen die Gründung des Staates Israel.

Erklärungen:
Nach verbreiteter Meinung ist seit dem Mittelalter die Absonderung  der Juden von der übrigen Bevölkerung ein wichtiger Grund für den Antisemitismus: Der Judaismus ist eine monotheistische Religion, und die Juden glauben, dass sie das auserwählte Volk sind. Doch gibt es auch Meinungen, die einen politischen und ökonomischen Grund nennen, z.B. die Möglichkeit der Juden, im Geldverleih tätig zu sein, während dies den Christen nicht erlaubt war. Da sich viele Schuldner übernahmen, waren sie auf jüdische Geldverleiher sauer und nannten sie Wucherer. So entstand das Bild vom jüdischen Wucherer. Außerdem durften Juden keiner Zunft beitreten bzw. Handwerker sein. Schließlich wurden im Kontext von Katastrophen, Kreuzzügen, Pest bzw. Schwarzem Tod u.ä. gerne Juden für verantwortlich erklärt. Solche Theorien führten in der Folge häufig zu Pogromen an Juden.

Antijudaismus nennt man jene Judenfeindschaft im Christentum, die mit theologischen Motiven begründet wird. Meistens geht es um die Anklage der Juden wegen des sog. „Gottesmords", der allen Juden die Schuld am Tod Jesus Christi gibt. Man sagt, dass diese Judenfeindschaft durch den Alleingeltungsanspruch des Christentums entstand. Die christliche Kirche stellte die Juden als "verstockt", "Gottesmörder", "Brunnenvergifter", "Kindesmörder", "Hostienfrevler", "Schweine" und Feindbild des "reichen", "geizigen", "listigen" Menschen dar. Diese Stereotype entwickelten sich zeitgleich mit der Tabuisierung bestimmter Berufe für Christen und der Ghettoisierung jüdischer Gemeinden im Mittelalter. Sie wurden von den Kirchen propagiert, durchgesetzt und oft im Kontext von sozialen Mißständen, Kreuzzügen und Epidemien aktiviert. Der Antijudaismus äußerte sich in Zwangstaufen, Verketzerung, Ausgrenzung, Kriminalisierung, Stigmatisierung, Hassausbrüchen, ungeplanten Massakern bis hin zu organisiertem Massenmord bei Pogromen. Bisweilen hatte er die Vertreibung aller Juden aus einer Stadt oder Region zur Folge.

Antizionismus: bezeichnet politische und religiöse Ansichten, die sich gegen den Zionismus und den Staat Israel richten. Die Antizionisten behaupten, nicht die Juden zu bekämpfen, sondern nur den Zionismus, das heißt konkret die israelische Politik oder sogar den Staat Israel als ganzes, weil dieser durch die Sehnsucht und Heimkehr der Juden nach Zion entstanden ist. Weil sich die Araber gegen die Besiedlung des britischen Mandatsgebiets Palästina durch Juden wandten, entstand der Begriff Antizionismus. Manche halten den Antizionismus für bloße Propaganda und erkennen darin eine Neuauflage der Legende von der „jüdischen Weltverschwörung", wonach das „Weltjudentum" mit Hilfe eines verschwörerischen Plans die Weltwirtschaft besetzen will. Auch die antizionistische Polemik in der islamischen Welt weist mitunter eine starke Ähnlichkeit mit den antijüdischen Parolen der Christen im Mittelalter auf. Es gibt aber auch die Meinung, dass antizionistische Positionen lediglich israelische Politik kritisieren, nicht aber den gesamten Staat Israel in Frage stellen wollen.

Fazit:
Die Feindschaft gegen die Juden tritt häufig in allen drei Spielarten auf: dem Antijudaismus, den wir als Angriff auf Glauben und Erwählung der Juden definieren können, dem Antizionismus, d. h. dem Angriff auf das Recht der Juden auf ihr Land, und dem Antisemitismus, dem Angriff auf die Juden als Volk. Während der nackte Antisemitismus in unseren Breiten zurzeit offiziell verpönt ist - wer möchte schon gern mit Hitler und seiner „Endlösung" in einen Topf geworfen werden -, ist es beim Antizionismus und beim Antijudaismus schwieriger, weil beide auf Politik bzw. Religion zielen.

Zum Schluss kann man sagen, dass es zwei entgegengesetzte Positionen gibt. Die erste Position nimmt an, dass im Grunde genommen alle drei Begriffe antisemitisch und gegen das jüdische Volk gerichtet sind. Die andere Meinung ist, dass alle drei Formulierungen jeweils unterschiedliche Aspekte betrachten (Volk, Religion, Politik), aber unter diesen dreien der Antizionismus nicht notwendigerweise antisemitisch oder antijudaistisch sein muss, sondern als Oberbegriff für Kritik an israelischer Politik benutzt werden kann, die in demokratischen Gesellschaften selbstverständlich sein sollte.