Das Gebet gehört zu den fünf Säulen des Islam. Um ein Gebet
vollziehen zu können, bedarf es der rituellen Reinheit, diese wird durch eine
Waschung vor dem Gebet hergestellt. Man verwendet hierzu reines Wasser und
macht sich die Absicht zur Waschung bewusst. Dann sagt man „
Bismillahi-r-rahmani r-rahim" (Im Namen Allahs, des Allerbamers) und wäscht
sich in folgender Reihenfolge:
- die Hände einschließlich der Handgelenke (3 mal)
- man spült den Mund aus ( 3 mal)
- man reinigt die Nase durch Inhalieren und Ausblasen von
Wasser (3 mal)
- man wäscht das Gesicht einschließlich Stirn und Kinn (3
mal)
- man wäscht den rechten und danach den linken Unteram
von Ellbogen bis zum Handgelenk
(je 3 mal)
-Man fährt mit nassen Händen über das Kopfhaar
- Man befeuchtet die Ohren mit den Händen
- Man wäscht den rechten und danach den linken Fuß
einschließlich der Knöchel ( je 3 mal)
Während des Gebets gilt für Männer und Frauen gleichermaßen,
dass der Körper verhüllt sein muss und die Körperformen und Geschlechtsmerkmale
nicht betont werden. Die in jedem Falle, auch für das Gebet, zu bedeckenden
Körperteile werden „aura" genannt. Die „aura" des Mannes reicht vom Nabel bis
zu den Knien, doch empfiehlt es sich, das Gebet vollständig bekleidet zu
verrichten. Die „aura" der Frau ist der gesamte Körper mit Ausnahme des
Gesichts und der Hände.
Während des Gebets steht man mit dem Gesicht in Richtung der
Ka‘ba in Mekka. Diese Gebetsrichtung wird „qibla" genannt. Das
Gebet kann an jedem sauberen Platz verrichtet werden. Der Einfachheit halber
wird oft eine Gebetsmatte benutzt.
Vor Verrichtung eines Gebets ist die Absicht, genannt
„nijja", unerlässlich. Sie kann in der Muttersprache stumm formuliert werden
und soll den Namen des Gebets und die Zahl der Gebetsabschnitte (raká)
enthalten. Die nijja für das Morgengebet (fard) wäre also z.B. etwa wie folgt:
„ Ich beabsichtige, das fard-Morgengebet mit zwei raká um
Allahs willen zu verrichten."
Gebetsabschnitte
Jedes Gebet besteht aus einer vorgeschriebenen Anzahl von
Gebetsabschnitten (rak´a). Zu jedem Gebetsabschnitt werden bestimmte Verse aus
dem Koran gesprochen. Mit den Gebetstexten ist jeweils eine bestimmte
Körperhaltung verbunden, die dazu eingenommen wird.
Zu diesen Körperhaltungen gehört zum Beispiel das „Eröffnende
takbir" (arabisch: takbiratu-l-ihram). Dabei steht man aufrecht in Richtung
Mekka gewendet und hält beide Hände in Höhe des Halses oder der Ohren, die
Handflächen sind nach vorn geöffnet. Dazu sagt man ‚Preis sei Dir, o Allah, und
Lob sei Dir, und gesegnet ist Dein Name, und hoch erhaben ist Deine Herrschaft,
und es gibt keinen Gott außer Dir.' Die eigentlichen Gebetstexte müssen auf
Arabisch gesprochen werden. Die Bestandteile des Gebets haben eine feste
Reihenfolge.