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Die Berliner Mauer Drucken

Deutsch-deutsche Teilung


Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Deutschland aufgeteilt. Die alliierten Siegermächte wollten eine erneute militärische Bedrohung durch Deutschland verhindern und teilten es in vier Besatzungszonen auf. Die USA, Großbritannien und Frankreich bekamen die
drei westlichen Zonen; Ostdeutschland fiel an die Sowjetunion.
intro_mauer
Aus den drei Westzonen entstand 1949 die Bundesrepublik Deutschland (BRD),  aus der sowjetischen Besatzungszone im gleichen Jahr die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Berlin war nicht nur die Hauptstadt des Deutschen Reiches, sondern war auch politisch und militärisch sehr wichtig für die Alliierten. Daher beanspruchte jeder von ihnen einen Teil der Stadt. Berlin wurde deshalb ebenfalls aufgeteilt, es gab nun Ost- und West- Berlin. Ost-Berlin wurde nach der Gründung der DDR am 07. Oktober 1949 zur Hauptstadt bestimmt. Auch die BRD bekam eine Hauptstadt, nämlich Bonn.    

Warum wurde die Mauer errichtet?berlinermauer-bunt


Im Laufe der fünfziger Jahre flüchteten viele Ost-Berliner in den Westen, da sie dort mehr Freiheiten und mehr Möglichkeiten hatten, ihr Leben zu gestalten. Sie versprachen sich bessere Arbeitsverhältnisse, ein höheres Einkommen und ein besseres Leben, denn einiges gab es im Osten nicht oder nur sehr wenig davon. Um dies künftig zu verhindern, beschloss die DDR-Führung letztendlich, eine Mauer quer durch Berlin hochzuziehen. Verantwortlich für die Planung und Umsetzung der Mauer war Erich Honecker; er war zu dem Zeitpunkt der Sekretär des ZK (Zentralkomitee).

Die Berliner Mauer wurde am 13. August 1961 erbaut. Sie war 155 km lang, 3,60m hoch, 1,20m breit und 15 cm dick. Der Durchmesser der Betonrohre betrug 40 cm; der 2,10 m breite, ausladende Fuß sollte ein schnelles Überklettern verhindern. 28 Jahre lang bildete sie eine schwer gesicherte Grenze, der fast 200 Menschenleben zum Opfer fielen. Am 09. November 1989 wurde sie wieder geöffnet und in den darauf folgenden Monaten nach und nach abgerissen. Heute existieren nur noch wenige Überreste.
 

Wie kam es dazu, dass die Mauer fiel?


→ Juli 1989 - Flüchtlingsstrom nach Ungarn
Da Ungarn ein kommunistisches Land war, war es für DDR-Bürger ohne großen Aufwand möglich, in dieses Land zu reisen. Im Sommer 1989 fanden sich insgesamt 3500 DDR-Bürger in der Botschaft der BRD ein und verlangten die Ausreise nach Westdeutschland.  
 

→ September 1989 - Die ungarische Botschaft erlaubt DDR-Bürgern die Ausreise in die BRD
Ohne Abstimmung mit der DDR erlaubt die ungarische Regierung den Flüchtlingen, die im Garten der bundesdeutschen Botschaft zelteten, in die BRD auszureisen, auch ohne Visum.  

 

→ Oktober 1989 - Demonstrationen für demokratische Reformen in der DDR
Im gesamten Land, besonders in Leipzig, wird für Meinungs-, Presse- und Reisefreiheit sowie freie Wahlen demonstriert. Die Partei- und Staatsführung gerät unter schweren Druck. Am 18. Oktober tritt Erich Honecker von allen Ämtern zurück.

 

→ November 1989 - Mauerfall und der große Auftritt von Günter Schabowskiguenter_schabowski
Auch nach dem Rücktritt Honeckers kann sich die Situation in der DDR nicht stabilisieren, denn immer mehr Menschen schließen sich den Demonstrationen an. Kurz darauf treten auch Regierung und Politbüro (Staats- und Parteiführung) zurück. Günter Schabowski haben wir es zu verdanken, dass die Mauer schließlich gefallen ist. Er war Mitglied der SED und Angehöriger des neu gewählten ZKs (Zentralkomitee). Er verkündete am 09. November live im DDR-Fernsehen, dass es nun eine neue Reiseregelung gäbe, die es ermögliche, mit kurzfristiger Visumserteilung ohne Vorausetzungen die DDR-Grenze zu passieren. Daraufhin sammelten sich in nur wenigen Stunden mehrere tausend Menschen vor den Grenzübergängen in Berlin. Die Grenzpolizei war mit dieser Situation völlig überfordert. Sie wussten nicht mehr, was sie machen sollten, und öffneten schließlich die Tore zur Freiheit.

Günter Schabowski