Die historische Verantwortung für den Holocaust - die Vernichtung der europäischen Juden - anzunehmen, zählt zu den schwierigeren Seiten des Deutschseins. Schon jungen Menschen mit deutschen Eltern und Großeltern fällt es schwer genug, sich mit diesem Teil deutscher Geschichte auseinanderzusetzen. Doch auch wer nicht-deutsche Eltern oder Großeltern hat oder aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert ist und dauerhaft bleiben will, wird z. B. in der Schule beständig mit der Erwartung konfrontiert, sich mit den Lehren aus der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen.
Uns geht es im Rahmen des Projekts „Mixstory" vor allem darum, klarzumachen, warum es für alle - ob deutsch, nicht-deutsch oder binational - von allergrößter Bedeutung ist, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Im November 2006 sind wir nach Krakau und nach Oswiecim (Auschwitz) gefahren, um uns auf eine Spurensuche zur deutschen und europäischen Migrationsgeschichte zu begeben. Wir haben uns Oswiecim angeschaut und etwas über die Vergangenheit dieser Stadt erfahren, als sie noch Auschwitz hieß und von den Deutschen besetzt war. Dort haben wir das ehemalige Konzentrationslager (Stammlager) Auschwitz und das Vernichtungslager in Birkenau besucht. Wir hatten außerdem ein Gespräch mit einem der letzten den Holocaust überlebenden Zeitzeugen. Schließlich waren wir in Krakau, haben die jüdische Traditionen dieser Stadt erkundet und recherchiert, was davon übriggeblieben ist. Wie versprochen berichten wir jetzt darüber.
Gewohnt haben wir in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte, die nur fünf Minuten von der Innenstadt entfernt ist. Diese hat uns allen sehr gefallen, vor allem die MitarbeiterInnen (und besonders die „Freiwilligen“, die sich um uns gekümmert haben), die Ausstattung und das gute Essen. Besonders möchten wir uns dafür bedanken, dass der Bustransfer, das Zeitzeugengespräch und fast der komplette Programmablauf für uns organisiert und begleitet wurde!! Auschwitz und besonders Birkenau sind die Orte des größten Verbrechens der Menschheitsgeschichte. Wir fanden es – als Deutsche und als MigrantInnen in Deutschland - wichtig und äußerst beeindruckend, uns an Ort und Stelle mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen.