• Login
  • Links
  • Kontakt
  • Gästebuch
  • Diskussion
  • Suchen
  • Home
Logo
Inhalt
Home
Wer wir sind
Integration
Kultur
Religion
Pass
Biographie
Vorurteile
Geschichte
DDR-Grenze
Migration in der DDR
Russlanddeutsche
Migration in Deutschland
Israel – Palästina Konflikt
Iran
Lexikon
Spurensuche
Fotogalerie
Träger
Kooperationspartner
Archiv
  • Juli, 2010
  • Februar, 2010
  • Juli, 2009
  • Juli, 2008
  • Februar, 2008
  • August, 2007
  • Oktober, 2006
  • April, 2006
  • Oktober, 2005
Besucher
Heute
Gestern
Monat
Gesamt235855


 
Geschichte Drucken
 
Deutsche Migrationsgeschichte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts

Aus und -Zuwanderungen haben die Geschichte Deutschlands schon seit den 1880er Jahren geprägt. Jahrhunderte lang gingen die Deutschen als Arbeits-, Siedlungs-,  Heirats-, Wohlstand- und Kulturwanderer ins Ausland, ebenso wie Ausländerinnen und Ausländer nach Deutschland kamen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, während und nach den beiden Weltkriegen, fanden millionenfache Zwangswanderungen statt.

Der Bedarf an Arbeitkräften in Deutschland wuchs seit den 1880er Jahren enorm an. Die expandierende Industrie benötigte weit aus mehr Arbeitskräfte als natürlicher Bevölkerungszuwachs und Land-Stadt-Wanderungen boten. Mehr als 1,2 Millionen ausländische Wanderarbeiter waren kurz vor dem ersten Weltkrieg in Deutschland beschäftigt, vor allem im Bergbau und der Schwerindustrie des Ruhrgebietes (deshalb ist es nicht erstaunlich, dass polnische Namen wie Libuda, Littbarski und Schimanski dort keine Seltenheit sind). Eine dauerhafte Einwanderung war nicht erwünscht, und deshalb wurden die Migranten stark kontrolliert. Im ersten Weltkrieg wurden zusätzlich Menschen aus Polen und Belgien verschleppt, um besonders in der Industrie, im Bergbau und der Landwirtschaft Zwangsarbeit zu verrichten.

Die Zahl der ausländischen Arbeitsmigranten sank deutlich während der Weimarer Republik. Für das Migrationsgeschehen nach 1918 gewannen Zwangswanderungen (Flucht, Umsiedlung, Vertreibung) gleichzeitig erheblich an Bedeutung. In Europa mussten mehr als zehn Millionen Menschen nach den Friedensverträgen unfreiwillig die Grenzen überschreiten. Zeitweilig wurde Berlin zum europäischen Zentrum der russischen Emigranten, die aus Russland vor der Revolution und dem dort tobendem Bürgerkrieg geflohen waren.

Zwischen 1933 und 1945 fand die größte Migrationsbewegung des 20. Jahrhunderts, meist in Form von Flucht, Vertreibung sowie Deportation zur Zwangsarbeit statt: Hunderttausende Juden und politisch Verfolgte emigrierten in den Jahren vor Beginn des zweiten Weltkriegs. Deutschland wurde in den Kriegsjahren Zentrum und Motor von europaweiten Zwangswanderungen. In der deutschen Kriegswirtschaft wurden zehn bis zwölf Millionen ausländische Zwangsarbeiter beschäftigt. Während die einheimische Bevölkerung in Ost- und Ostmitteleuropa deportiert oder ermordet wurde, ist dort gleichzeitig systematisch eine Ansiedlung von „Volksdeutschen" betrieben worden.

Nach dem Ende des Krieges mussten über zwölf Millionen deutsche Flüchtlinge sowie rund zehn bis zwölf Millionen „Displaced Persons" (ehemalige Zwangsarbeiter und ausländische KZ-Insassen) eine neue Heimat finden oder in ihre Herkunftsländer wieder eingebürgert werden. Der größte Teil von ihnen wanderte bis 1950 aus, meist nach Amerika, oder kehrte ins Heimatland zurück. Das letzte DP-Lager im bayrischen Föhrenwald, in dem auch Tausende jüdische Überlebende des Holocaust untergebracht waren, wurde erst 1957 aufgelöst.