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Geschichte der Russlanddeutschen Drucken
 
Geschichte der Russland-deutscheBereits im 15. Jahrhundert gab es vereinzelt Deutsche in Russland, die sich vor allem auf die Hauptstädte Moskau und später auch St. Petersburg konzentrierten. Die meisten passten sich der russischen Lebensweise an oder kehrten nach Beendigung ihrer Aufgabe (Bergbau, Militärwesen, Medizin, Wissenschaft) in ihr Heimatland zurück. Gründe für die Einwanderung waren vielfältig, z.B. die Befreiung vom Kriegsdienst oder die freie Zuteilung von Land. Als erste rief Katharina die Große im Jahre 1763 deutsche Einwanderer im großen Stil ins Land. 1914 lebten im Zarenreich (einschließlich Russisch – Polen) rund 2,4 Millionen Russlanddeutsche. Nach Beginn des Krieges von Deutschland gegen die Sowjetunion wurden entsprechend dem Erlass vom 28. August 1941 1.209.430 Russlanddeutsche innerhalb weniger Wochen aus den europäischen Teilen der Sowjetunion nach Osten – vorwiegend nach Sibirien, Kasachstan und in den Ural – in so genannte Sondersiedlungen deportiert. Mehrere Hunderttausend – die nicht exakt ermittelte Zahl schwankt um 700.000 – starben in dieser Zeit, vor allem an schlechten Arbeits-, Lebens- oder medizinischen Bedingungen. Die Deutschen in den westlichen Gebieten der Ukraine entgingen zunächst ihrem Schicksal. Sie wurden allerdings 1944 in den Warthegau im Rahmen der "Heim – ins – Reich – Umsiedlung" umgesiedelt. Anfang 1945 erfolgte von dort aus eine zumeist wilde Flucht vor der Roten Armee weiter nach Westen in das Gebiet der westlichen Alliierten, vor allem nach Niedersachsen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges deportierte die UdSSR die im Warthegau verbliebenen Deutschen u. a. nach Sibirien und Mittelasien. Der Teil der Russlanddeutschen aus der russischen Besatzungszone wurde auf Anordnung der Regierung zurück in die UdSSR vertrieben, während die Teile, die sich in den westlichen Besatzungszonen befanden, häufig durch falsche Versprechungen der sowjetischen Verbindungsoffiziere („Kommt nach Hause - Eure Frauen warten schon auf Euch!“) in die UdSSR zurückgelockt wurden. In den 1960er Jahren begann langsam die Ausreise von Russlanddeutschen in die Heimat ihrer Ahnen nach Deutschland. Vor allem siedelten sie in die Bundesrepublik um. Aber auch in der DDR fanden einige Familien eine neue Heimat. Erst in den 80er Jahren und vor allem nach dem Zerfall der Sowjetunion wuchs der Strom der Aussiedler nach Deutschland gewaltig an.