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Islam Drucken


kronleuchterDer Islam ist die jüngste der drei monotheistischen Religionen. Dem menschlichen Geist sind bestimmte Grenzen gesetzt. Die letzten „Wahrheiten“ liegen jenseits dieser Grenzen. Das verbindet den Islam mit den anderen Religionen. Er begann etwa 6 Jahrhunderte n. Chr. mit Mohammed als Propheten. Der Koran ist die Heilige Schrift und ist das Wort Allahs - durch Mohammed gesprochen. Die Lehre des Koran heißt: Islam. Und bedeutet: Ergebenheit in Gott, Frieden. Der Vorsteher bzw. Geistliche ist der Imam. Jeder Muslim kann ein Imam werden. Keine Stühle, Bänke, Bilder oder Statuen, sondern schön verzierte Verse aus dem Koran schmücken eine Moschee von innen. Der Islam kennt und befolgt das Bilderverbot. Vor der Moschee befinden sich Wasserbecken zur vorgeschriebenen rituellen Waschung. Neben der Moschee erkennt man die hohen Türme, die Minarette. Der Muezzin steigt fünfmal am Tag dort hoch und ruft in alle vier Himmelsrichtungen zum Gebet.


Der Koran betont, dass Unterscheidungen nach Rassen, Hautfarben, Sprachen usw. niemals den Grund für Überlegenheitsansprüche einer Gruppe gegenüber einer anderen bilden können. Jeder einzelne steht direkt und ohne Vermittlung eines Priesters mit Gott in Verbindung. Auch soll die islamische Gesellschaft jedem Nichtmuslim größte Toleranz entgegenbringen, denn das Wort „Islam“ hat sowohl die Bedeutung Unterwerfung unter den Willen Gottes als auch die Bedeutung Friede.


Der Islam misst der Familie die weitaus größte Bedeutung bei. Im Verhältnis zwischen Mann und Frau ist die Ehe die einzige gewollte Form des Zusammenlebens. Jeden intimen außerehelichen Verkehr zwischen den Geschlechtern lehnt der Islam ab. Mann und Frau vervollkommnen sich gegenseitig, um in der Ehe einen gemeinsamen Beitrag zum Aufbau einer gesunden Gesellschaft zu bringen. Um den Aufbau einer gesunden Familie zu gewährleisten, verteilt der Islam die Verantwortung in der Familie zwischen Mann und Frau.

koranWährend der Mann für den Unterhalt verantwortlich ist, ist die Frau bemüht, ihre Kinder mit Fürsorge und Liebe zu erziehen und das Haus zu einem Ort der Geborgenheit zu gestalten. Man sollte dies jedoch nicht falsch verstehen, so wie es meist das Klischee ist, dass Frauen wie Diener gehalten werden. Frauen haben den gleichen Standpunkt wie der Mann.

Der Islam macht das Streben nach Wissen zur Pflicht eines jeden Muslims. Er geht sogar so weit, die wissenschaftliche Arbeit zum Gottesdienst zu erheben. Der Koran fordert den Menschen dazu auf, die Natur zu erforschen, damit er die Existenz Gottes und seine Eigenschaften erkennt. Die einzige Einschränkung auf diesem Gebiet besteht darin, dass die Forschung selbst nie zum Ziel werden darf, sondern immer ein Mittel zur Erreichung menschlichen Fortschritts und zur Vervollkommnung der Moral bleiben muss. 

Nicht nur mit dem ewigen Leben im Jenseits, sondern auch auf das Leben diesseits legt der Islam großen Wert. Sozialer Fortschritt, wirtschaftliche Gerechtigkeit, zwischenmenschliche Liebe und Barmherzigkeit, politische Vernunft und Friede sind Ziele, die der Islam zur Erreichung wahren menschlichen Glücks in diesem Leben zu verwirklichen sucht.

Der Verzehr von Schweinefleisch

Oft wird auch über den Verzehr von Schweinefleisch gerätselt. Fakt ist jedoch, dass Schweinefleisch ohne Wenn und Aber tabu ist. Im Koran [5, 3] heißt es: "Verboten ist euch das Verendete sowie Blut und Schweinefleisch.“

Die Beschneidung

Die Beschneidung ist eine Handlung, die uns der Gesandte Allahs sehr stark empfohlen hat. Sie erleichtert die Einhaltung der Reinheitsgebote, bestimmt aber nicht über die Zugehörigkeit zum islamischen Glauben.

Die Beschneidung von Mädchen erfolgt auch unter Nichtmuslimen. Doch handelt es sich um einen afrikanischen und keinen islamischen Brauch. Die mit "pharaonischer Beschneidung" schöngeredete Verstümmelung der Geschlechtsteile von Mädchen widerspricht eindeutig den Lehren des Islam, weil damit eine gravierende und gesundheitlich riskante Veränderung der Schöpfung Gottes vorgenommen wird.

Die Freiheit der muslimischen Frau

Das islamische Recht sieht es nicht vor, dass Frauen sich vom sozialen Leben abkapseln. Sie sollen den sozialen Anforderungen ihrer Umgebung gerecht werden. Teilweise ist es sogar Pflicht für die Frau, sich nicht im Haus aufzuhalten, um ihrer Pflicht, nach Wissen zu streben, der Kindererziehung nachzugehen oder ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Eine kategorische Aussage wie „Muslimische Frauen sollen immer zu Hause bleiben“ ist falsch. Vielmehr muss bei der Auswahl der Orte, zu denen man geht, beachtet werden, ob der Islam den Aufenthalt in solchen Orten ausdrücklich verbietet. Dies gilt aber dann für Mann und Frau gleichermaßen.

Auch werden Frauen gegenüber Männern nicht als minderwertig angesehen. Es heißt, sie stammen von demselben Vater und derselben Mutter ab und sind deshalb nicht besser oder schlechter als ihre andersgeschlechtlichen Geschwister: "Die Frauen sind Zwillingsgeschwister der Männer"

Zwangsehen

Es ist das Recht der Frau, die Entscheidung über eine Heirat zu treffen, und ihr Vater oder Vormund darf sich nicht über ihre Einwände oder ihre Wünsche hinwegsetzen. Der Prophet hat gesagt: "Eine Frau, die schon einmal verheiratet war, hat mehr Verfügungsrecht über sich als ihr Vormund, und die Erlaubnis einer Jungfrau muss von ihr ersucht werden, und ihre Erlaubnis ist ihr Schweigen." (überliefert von Buchari und Muslim - also eine gesicherte Überlieferung).

Beziehung zu Juden und Christen

Nicht nur der Koran und die Überlieferungen des Propheten Mohammeds werden vom Islam anerkannt. Daneben erkennt der Islam auch alle Propheten an, die im Christentum bekannt sind, somit also auch Moses, von dem überliefert wird, dass er die Tafeln mit den 10 Geboten von Gott erhalten hatte (Altes Testament). Allerdings werden die Überlieferungen dieser Propheten nicht als sicher authentisch, sondern als teils von den Menschen verändert angesehen. Daher halten sich die Muslime überwiegend an die ihnen als sicher bekannten Quellen:

1. Koran (Offenbart durch den Engel Gabriel an den Propheten Mohammed)

2. Sunna (Überlieferungen über das Leben des Propheten, aufgeschrieben von Menschen, die zu seiner Zeit lebten, seine Gefährten waren.)

Jesus

Die Muslime glauben daran,
- dass Jesus ein Mensch war,
- dass er von Maria jungfräulich geboren wurde,
- dass er ein Prophet war wie alle anderen Propheten (von Adam über Abraham, Moses
  und Mohammad),
- dass er nicht gekreuzigt, sondern von Gott in den Himmel erhoben wurde,
- dass er einige Jahre vor dem Jüngsten Gericht auf die Erde zurückkommen wird, um die letzte Botschaft Gottes, die vom Propheten Mohammad verkündet wurde, zu praktizieren (also den Islam).

Der Islam betrachtet die Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften nicht als Ungläubige oder Heiden, sondern als Andersgläubige, und regelt den Umgang mit ihnen auf der Basis des Respekts und der Hochachtung - und nicht auf der Basis der Gegnerschaft und Feindschaft. Der Koran betont, dass auch diese ihren Lohn bei ihrem Herrn bekommen werden. So gewinnt der Muslim auch Respekt für die Werke dieser Andersgläubigen.

"Diejenigen, die glauben und diejenigen, die Juden sind und die Christen und die Sabier, all die, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten und sie werden nicht traurig sein."(Sure 2, Vers 62).

Also hat der Islam überhaupt keine negative Einstellung den Juden gegenüber. Wenn aber jemand, der "Muslim" ist, doch eine solche Einstellung hat, dann heißt das nicht unbedingt, dass das mit dem Islam zu tun hat. Wir müssen dann den Einzelfall betrachten. Muslime sind auch nur Menschen und können also Fehler machen.