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Israel – Palästina Konflikt Drucken
In diesem Artikel möchten wir euch einen kleinen Einblick über die Geschichte Palästinas und die Gründung des Staates Israel geben. Damit alle zuvor gehörten Bruchstücke über diesen Konflikt ein Gesamtbild ergeben.

Im historischen Palästina, welches in etwa die Gebiete des heutigen Israel, die Golanhöhen, den Gazastreifen, das Westjordanland und Teile Jordaniens umfasst, lebten lange vor Christi Geburt bereits Juden. Nach zahlreichen Aufständen gegen die Besatzung durch die Römer begann 135 n. Chr. die Aussiedlung der Juden in die Diaspora, wodurch sie sich auf der ganzen Welt verstreuten. Zum Ende des 19. Jahrhunderts verschärfte sich der Antisemitismus in Europa, und die Gruppe der Zionisten entstand, deren Schüsselfigur Theodor Herzl war. Der 1. Zionistische Weltkongress tagte 1889 und sprach die Forderung nach einem „anerkannten und unabhängigen Staat" für alle Juden aus. Zu dieser Zeit erstreckte sich das Osmanische Reich bis zum heutigen Palästina. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges (1914 - 1918) versprach die britische Regierung sowohl Arabern als auch Juden die Gründung eines eigenen Staats, wenn sie im Gegenzug die Briten im Kampf gegen die Osmanen unterstützten. Großbritannien erklärte sich 1917 bereit, in Palästina eine Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen. Im gleichen Jahr wurde Jerusalem von den Briten eingenommen, und nach dem Ende des 1. Weltkriegs zerfiel das Osmanische Reich. Im Jahr 1923 wurde Großbritannien das Völkerrechtsmandat über Palästina zugesprochen. Eine britische Untersuchungskommission empfahl Arabern und Juden die Teilung Palästinas. Weder Araber noch Juden waren allerdings mit diesem Vorschlag einverstanden, denn die Empfehlungen der Kommission enthielten einige Bedingungen. So sollten sich z.B. die Juden an eine Begrenzung der Einwanderungsquote und des Landkaufs halten.
 
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und Bekanntwerden des Holocaust forderten die Zionisten die unbeschränkte Einwanderung und die Bildung eines jüdischen Staates. Im November 1947 beschloss die UNO die Teilung Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Teil. Am 14. Mai 1948 verlas Premierminister David Ben Gurion die Unabhängigkeitserklärung und somit die Gründung des Staates Israel. Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien weigerten sich, den jungen Staat anzuerkennen und erklärten bereits am 1. Tag der Gründung Israel den Krieg. Dieser Krieg endete am 20. Juli 1949 mit erheblichen Gebietsgewinn für Israel, ungefähr 720.000 Palästinenser wurden daraufhin zu heimatlosen Flüchtlingen und der besetzte Westteil Jerusalems zur Hauptstadt Israels. Am 05. Juni 1967 kam es erneut zu einem Krieg, dem sogenannten "Sechstage-Krieg". Auch hier gewann Israel die Oberhand und besetzte den Gaza-Streifen, die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland, die Golanhöhen und die Altstadt Jerusalems. Als Folge des Sechstagekriegs wurde die Teilung Jerusalems aufgehoben, und die Juden erhielten dadurch wieder Zutritt zur Klagemauer.

Nach der großflächigen Besetzung durch Israel verabschiedete die UNO am 22. November 1967 die Resolution 242, in der Israel dazu aufgefordert wird, mit dem Abzug aus den besetzen Gebiete zu beginnen. Da Israel dieser Resolution nicht nachkam, sondern mit dem Siedlungsbau begann, kam es am 06. Oktober 1973 zu einem erneuten Angriff durch Ägypten und Syrien. Hierbei erhielten die arabischen Staaten Unterstützung durch die UdSSR und Israel von den USA.
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Mit Unterstützung des US-Präsidenten Jimmy Carter unterzeichneten 1978 der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat und Israels Ministerpräsident Menachem Begin in Camp David den israelisch-ägyptischen Friedensvertrag. Daraufhin zog Israel bis 1982 seine Truppen aus dem Sinai zurück; zudem erkannte Ägypten als erster arabischer Staat Israel an. Die seit 1970 im Libanon ansässige palästinensische Befreiungsorganisation, die PLO, lehnte jedoch den Friedensvertrag von 1978 ab. Nach zahlreichen Angriffen auf den Norden Israels marschierten israelische Truppen im Jahr 1982 in den Libanon ein. Die PLO löste sich daraufhin im Libanon auf. Bis 1985 hielt Israel den Süden Libanons besetzt und errichtete eine Sicherheitszone, um weitere Angriffe einzudämmen. Denn es entstand ein neuer Gegner für Israel: die schiitische Hisbollah-Miliz. Nach Vermittlung durch die USA mussten die Palästinenser, welche im Libanon in Flüchtlingslagern lebten, den Libanon verlassen. Erst im Jahr 2000 zog sich Israel aus dem Libanon zurück.

Die 1. Intifada (arabisch für: sich erheben, loswerden, abschütteln) begann 1987 als Aufstand der Zivilbevölkerung gegen die Unterdrückung. Es folgten Straßenschlachten, Demonstrationen, aber auch Selbstmordanschläge. Israel ließ Demonstrationen gewaltsam auflösen, unter anderem wurden die ersten palästinensischen Häuser zerstört, was zur verstärkten Distanzierung von Israelis und Palästinensern führte. Die Intifada dauerte bis ins Jahr 1993 an. Am 15. 11. 1988 rief der palästinensische Nationalrat einen unabhängigen Staat im israelisch besetzten Westjordanland und Gazastreifen aus. Knapp einen Monat danach, am 14.12. 1988, bestätigt PLO-Chef Jassir Arafat ausdrücklich das Existenzrecht Israels. Somit waren erstmals gute Voraussetzungen für weitere Verhandlungen geschaffen, und es folgten ab dem 16. Dezember in Tunis Gespräche zwischen den beiden Botschaftern. Zum ersten Mal nahmen im Jahre 1991 auch die Palästinenser an der Nahost-Friedenskonferenz teil, zwei Jahre später führten die erfolgreichen Gespräche zum "Vertrag von Oslo". PLO-Chef Jassir Arafat und Ministerpräsident Yitzhak Rabin unterzeichneten das sogenannte "Gaza-Jericho-Abkommen". Damit bekamen die Palästinenser das erste Mal seit 1967 selbstzuverwaltendes Gebiet zugesprochen. Durch das Abkommen fielen die Stadt Jericho und der Gaza-Streifen unter palästinensische Kontrolle. Bill Clinton versuchte zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2000, weitere Gespräche in die Wege zu leiten; da beide Parteien sich jedoch nicht einigen konnten, scheiterte dieser Versuch. Von Seiten der Palästinenser wurde zu viel gefordert, und seitens der Israelis wurde zu wenig angeboten. Die Verhandlungen sollten jedoch wiederaufgenommen werden, um für die Zukunft ein friedliches Miteinander auf Basis der UN-Resolutionen zu gewährleisten und den Abzug der Israelis aus den besetzten Palästinensergebieten sowie das Ende der Gewalt zu beschleunigen. Ungeachtet aller Verhandlungen gab es jedoch immer wieder eine Fortsetzung der Gewalt. Zahlreiche Selbstmordanschläge von Palästinensern und etliche militärische Einsätze der Israelis forderten viele Verluste.

Mit Beginn der Amtszeit von Ariel Scharon (2001-2006) kamen die Gespräche komplett zum Stillstand. Israel weigerte sich, mit Arafat überhaupt zu sprechen. Er wurde vom israelischen Militär unter Hausarrest gestellt, bis sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechterte. Arafat wurde zwar zur Behandlung nach Paris gebracht, starb dort aber am 11. November 2004 und wurde in Ramallah beerdigt. Die Palästinenserorganisationen machten Israel für den Tod Arafats verantwortlich. Die Situation eskalierte erneut. Ariel Scharon und Arafats Nachfolger, Mahmud Abbas, vereinbarten im Februar 2005 einen neuen Waffenstillstand. Damit endete die 2. Intifada, die nach Arafats Tod begann. In der zweiten Amtszeit von Ariel Scharon, im Jahr 2003, wurde mit dem Bau der israelischen Sperranlage begonnen. Die 759 km lange Anlage im Westjordanland und im Gazastreifen trennt nun die palästinensischen von den israelischen Gebieten ab und sogar teilweise Dörfer und Städte von ihren Feldern. Im Westjordanland verläuft sie zum größten Teil außerhalb der grünen Linie auf palästinensischem Gebiet. Im Jahr 2005 setzte Ariel Scharon den Abbau aller israelischen Siedlungen im Gazastreifen durch. Insgesamt 21 Siedlungen sollten binnen 48 Stunden geräumt werden, danach begann die zwangsweise Räumung des Gebiets durch das israelische Militär. Seit diesem Zeitpunkt gilt ein striktes Einreise- und Aufenthaltsverbot für alle Israelis.  karte-sperrmauer      mauer1
Im Juli 2006 wurden von der Hisbollah-Miliz zwei israelische Soldaten entführt. Als Vergeltung dafür begann Israel einen Luftangriff und eine Bodenoffensive gegen Libanon. Im Gegenzug dazu griff die Hisbollah-Miliz den Norden Israels an. Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah auf Israel ebenso wie den Angriff der israelischen Truppen auf den Libanon und verlangte nach einer internationalen Friedenstruppe, um den Konflikt zu beenden. Die UNO verabschiedete die Resolution 1701 und forderte einen Waffenstillstand und die Entwaffnung der Hisbollah-Milizen. Der Waffenstillstand trat zum 14. August 2006 in Kraft. Israel zog etwas später seine Truppen zurück. Diese 34 Tage forderten viele Menschenleben, vor allem libanesische Zivilisten. Während der palästinensische Präsident Abbas mit seiner Fatah-Partei das Westjordanland kontrollierte, hat nun die Hamas die Kontrolle im Gazastreifen und greift weiterhin Israel an. Dieses reagierte daraufhin mit Luftangriffen und Bodenoffensiven. Der Gazastreifen wurde mehrmals abgesperrt, worunter die palästinensische Bevölkerung stark leiden musste. Darauf eingeleitete Friedensgespräche scheiterten, da Israel ankündigte, mit dem Siedlungsbau in Ost-Jerusalem fortzufahren.

Die letzte Eskalation ereignete sich am 27. Dezember 2008 nach Raketenbeschüssen Israels durch die Hamas aus dem Gazastreifen. Für das Jahr 2008 zählte man bis zum 27. Dezember 2008 insgesamt 2048 Raketen und  Granaten, die von der Hamas auf Israel abgefeuert wurden. Israel startete daraufhin einen kraftvollen Luftangriff und starke Bodenoffensiven. Zahlreiche Städte, Dörfer und Flüchtlingslager der Palästinenser wurden zerstört. Auf Seiten der Palästinenser gab es 1.385 Tote, davon waren 762 Menschen, die nicht direkt an den Kriegshandlungen teilnahmen. Ingesamt 318 von ihnen waren unter 18 Jahren, und es gab mehr als 5.300 Verletzte, davon 350 Schwerverletzte. In den zerstörten Häusern war danach kein Wohnen mehr möglich, somit wurden etliche Menschen zu Obdachlosen. Dieser Militärschlag hat die palästinensische Zivilbevölkerung bitter getroffen. Israel gab der Welt bekannt, dass der Feldzug unumgänglich gewesen sei, um die Hamas zu zerschlagen. Zugleich wurden dafür zahlreiche zivile Opfer in Kauf genommen. Vorerst ein Ende fand dieser Krieg am 18. Januar 2009.
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi)