Das Judentum ist die älteste der drei monotheistischen
Weltreligionen. Es ist gleichzeitig die Mutterreligion des Christentums und des
Islam, entstanden ungefähr um 1800 v. Chr. in Israel. Am Anfang dieser Religion
stehen Abraham und Moses. Abraham, der bereit war, Gott seinen Sohn Isaak zu
opfern, zog mit seinen „Leuten" nach Kanaan (Israel). Später gerieten sie in
ägyptische Sklaverei. Moses befreite seine Landsleute und führte sie wieder in
ihre Heimat zurück. Auf diesem Weg erhielten sie die 10 Gebote, die die
wichtigsten Regeln für ein gottgefälliges Leben zusammenfassen. Moses gilt im
Judentum deshalb als bedeutendster Prophet. Die Befreiung aus der ägyptischen
Sklaverei, die Eroberung und die Besiedlung von Kanaan (Israel) gilt als Gründungsereignis
des historischen Israel. Die Juden deuteten diese Ereignisse als ein Handeln
ihres Gottes „JAHWE". Israel bestand damals aus 12 Stämmen, die dann unter König
David vereint wurden.
Wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde, ist
automatisch ein Jude. Das „Jude sein" bezieht sich nicht auf ein Land oder
einen Staat. Jude zu sein bedeutet, die jüdische Religion zu leben. Aber
darüber hinaus verstehen sich Juden nicht nur als Mitglieder einer Religionsgemeinschaft,
sondern auch als Angehörige eines Volkes - des Volkes Israel.
Weltweit leben heute etwa 13,5 Millionen Juden, davon die
meisten in den USA und Israel, mit jeweils etwas über 5 Millionen. In
Deutschland leben rund 120.000 Juden, und es gibt insgesamt 83 jüdische
Gemeinden (zum Vergleich: vor 1933 waren es 520.000).