„Sieben junge Männer haben in der Nacht zum Sonntag in Frankfurt einen U-Bahnfahrer krankenhausreif geschlagen. Zuvor hatten sie in einem Zug der Linie 2 randaliert und mehrere Scheiben zertrümmert, wie die Polizei mitteilt.“ Frankfurter Rundschau vom 6.1.2008
Jugendkriminalität und Gewalt sind ein Problem. Aber was bringt junge Leute dazu, dem „Gesetz des Dschungels“ zu folgen und zuzuschlagen?
Von den sieben jungen Männern, die wegen des U-Bahn-Überfalls festgenommen wurden, hatten sechs einen Migrationshintergrund. Hat also Migration etwas damit zu tun?
Geschrieben von: (Registriert ) am 03-03-2008 19:27
Es liegt in den meisten Fällen in der Erziehung von kriminellen Jugendlichen und deren Umfeld bzw Freundeskreis. Ich denke sie bekommen einfach alles "in den HIntern geschoben". das finde ich nciht gut!! Sollen sie doch sehen, wie es im Leben wirklich zugeht. Da ist schon was whres dran, das alle Migrationshintergrund haben. Bin ich von fest überzeugt.
Geschrieben von: Alexander (Gast ) am 09-02-2008 18:21
Nun, dazu kann ich Folgendes sagen.
Das Phänomen Jugendgewalt entsteht nicht einfach nur so, sondern es hat mehrere Hintergründe, soziale, familiäre und gesellschaftliche!
Meiner Meinung nach ist es tatsächlich so, dass die Zahl der kriminellen Jugendlichen bei Ausländern etwas höher ist als bei Deutschen!
Man muss sich folgendes Bild vorstellen: ihre Eltern sind irgendwann mal nach Deutschland gekommen, die meisten beherrschen die deutsche Sprache nicht. Viele hatten schon Schulabschlüsse oder ein Diplom, doch das wurde in Deutschland nicht anerkannt. Sehr viele Ausländer sind aber auch ungebildet nach Deutschland gekommen, daher haben sie keine gut bezahlten Jobs gekriegt. Deswegen sind sie gezwungen, in ärmeren Vierteln zu wohnen. So wachsen auch ihre Kinder in ärmeren und problematischen Verhältnissen auf.
Wie jedes andere Kind haben sie ein Vorbild, und das sind ihre Eltern. Schon von Anfang an haben sie keine Hoffnung und keine Perspektive, was ihr zukünftiges und erfolgreiches Berufsleben betrifft, weil ihre Eltern es auch nicht geschafft haben! Wut, Armut und Neid treiben sie zu Jugendgewalt!
Das Thema „Jugendgewalt“ wurde in letzter Zeit sehr oft in Medien diskutiert. Besonders häufig war die Frage des Migrationshintergrundes aufgelistet. Man behauptete, dass die Gewaltquote bei den jugendlichen Ausländern wesentlich höher sei als bei Deutschen. Ich persönlich will diese These nicht bestreiten. Es stimmt allerdings, dass man asoziale Jugendliche immer häufiger an öffentlichen Orten sieht. Ihr Verhalten ist manchmal mehr als einfach auffällig, es ist arrogant und unverschämt. Ich vertrete die Meinung, dass es nicht unbedingt an den Ausländern liegt, sondern mehr von den sozialen Bedingungen abhängig ist. Solche Leute stammen in der Regel aus der Unterschicht und sind sozial schwach. Es wäre falsch, die Ausländer für alles zu beschuldigen. Es gibt viele gute Beispiele der Integration, die natürlich nicht so auffällig wie die misslungene sind. Ich vermute, dass die Leute nicht aggressiv geboren, sondern aggressiv werden unter dem Einfluss des Milieus, in dem sie sich befinden. Es gibt nur wenige, die es schaffen, aus ihrer Umgebung hinaus zu kommen.
Geschrieben von: Nicole (Gast ) am 09-02-2008 16:16
Also ich würde nicht gerade sagen, dass es nur Jugendliche mit Migrationshintergrund sind. Da sind immer auch Deutsche ohne Migrationshintergrund dabei. Alle sind da in der gleichen Situation.
Es gibt viele Faktoren, wieso Jugendliche überhaupt gewalttätig werden. Angefangen zum Beispiel mit der elterlichen Erziehung. Meistens sehen die Jugendlichen ihre Eltern als Vorbild. Wenn die Eltern arbeitslos und Alkoholiker oder Drogenabhängig sind, wenn die Eltern selbst gewalttätig sind, dann lernen das die Kinder von Anfang an. Für sie ist das dann ganz normal.
Dann kommt es auf das Umfeld an, den Freundeskreis, den Wohnort, wenn das alles nicht stimmt und man einmal in diesem Teufelskreis ist, kommt man da nicht mehr so einfach raus. Viele Jugendlichen wachsen in einem Freundeskreis auf, wo sich Banden bilden. Da treffen sich Jungs, die arbeitslos und hoffnungslos sind, und den ganzen Tag miteinander abhängen. Aus Langeweile machen sie Scheiße, z.B. Saufen, Drogen nehmen, Klauen und Überfälle. Solche Banden gibt es in jedem Stadtteil. Wenn Bandenmitglieder das Territorium von einer anderen Bande betreten, kommt es meistens zu Schlägereien. Der, der am härtesten zuschlagen kann, ist der Chef. So entstehen von Stadtteil zu Stadtteil Machtspiele um die Vorherrschaft.
Geschrieben von: Juri Kupper (Gast ) am 09-02-2008 16:13
Diese Angelegenheit hat meiner Meinung nach mehrere Seiten. Es ist für mich unklar, was die 7 Jugendlichen dazu gebracht hat, gegen nur einen Mann anzutreten. In so einem Fall bekommt man, außer ein paar krassen Geschichten für die Kumpels und eine Minute Aufmerksamkeit, nichts, auch keinen Respekt auf der Strasse.
Zur Frage, ob es mit Migration zu tun hat oder mit der Sucht nach neuer Action, kann ich Folgendes dazu sagen: Einerseits hat es allgemein mit Bildung zu tun und damit, was die Jugendlichen zu tun haben, einem Defizit an Ausbildungsplätzen, nicht gelungener Erziehung und falschen Cliquen.
Anderseits können es auch Nebenwirkungen der Migration sein. Im Herkunftsland hatte vielleicht man schon etwas erreicht, stand fest auf den Beinen, hatte ein sicheres Selbstwertgefühl. Nach der Ankunft in Deutschland ist man erst mal ein Nichts: Die Sprache fehlt, man hat keine Freunde, kennt sich nicht aus. Wie ein neugeborenes Kind ist man, das Gehen lernen soll. Daher kommt es schon zu psychischen Belastungen, und man sucht nach einem neuen "ICH".
Um es grob aufzuteilen, gibt es zwei Möglichkeiten: "Schaffen oder schlafen". Schaffen heißt: man kämpft, strebt, leistet. Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich. Solche Menschen werden dann unauffällig und bleiben uninteressant für die Presse. Schlafen ist die schlimmste Folge einer misslungenen Integration. Es werden Cliquen gebildet, je nach Wohnort, Alter, Nationalität und Sprache. Es gibt aber natürlich auch Mischformen.
Der ganze Frust, den man im Herzen trägt und der durch positives Schaffen nicht abgebaut wird, wird in der Öffentlichkeit und in Form von verschiedenen kriminellen Taten abgelassen. Es geht darum, die Aufmerksamkeit zu bekommen, die man sonst nicht kriegt. Die Jugendlichen und ihre Probleme werden von den „normalen“ Menschen meist nicht beachtet, es sei denn, sie randalieren und treten auch sonst aggressiv auf. So schafft man sich eine eigene Identität.
Die Cliquen unterscheiden sich auch danach, womit sie sich hauptsächlich beschäftigen. Die einen hängen nur ab und treten vielleicht Plakate um, die anderen handeln mit allem, was sie bekommen können, das geht bis zu Gruppen, die Kontakte zum Drogenhandel haben. Zwischen den verschiedenen Gruppen gibt es ständig Auseinandersetzungen um Bedeutung und Respekt. Es wird versucht, durch unsinnige Taten die Unterordnung anderer Gruppen zu erreichen.
Erziehung und Umfeld
Geschrieben von: (Registriert) am 03-03-2008 19:27