Auch nach etlichen Debatten und Kontroversen sind wir nicht wirklich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Das Kopftuch: ein Symbol der Unterdrückung, der Geschlechtertrennung und eines von Männern ins Leben gerufenen Gebotes?! Ist es wirklich so, oder tragen es Frauen aus freier Überzeugung? Kann es auch sein, dass sie von ihren Männern gar nicht dazu gezwungen werden? Dass sie es aus Zuneigung zu ihrer Religion tun oder gar zum Selbstschutz? Man mag es kaum glauben, aber ein großer Teil der Kopftuch tragenden Frauen tut dies aus eigenem Verlangen heraus. Nicht aus Angst vor ihren Männern oder aus Angst vor Gott.
Sollte das Kopftuch in einer öffentlichen Einrichtung erlaubt sein? Immerhin befinden wir uns in einem christlich geprägten Land! Auch wenn laut unserem Grundgesetz „jeder Bürger das Recht auf Religionsfreiheit" hat. Na gut, wir Bürger der BRD mit Migrationshintergrund haben anscheinend nicht ganz das Recht dazu. Wie ist es aber mit wirklich deutschen Mitbürgern, die hier geboren und hier ihre Wurzel haben, sie sich aber im Laufe ihres Lebens für den Islam entschieden haben? Ist es ihnen ebenfalls nicht erlaubt, ohne Einschränkungen ihren Glauben zu leben?
Wäre unser Bild nicht so negativ von den Medien geprägt, hätten wir mit Sicherheit nicht solch eine Angst vor dem so geheimnisvollen Kopftuch, das laut vielen Bürgern der erste Schritt zur Islamisierung Deutschlands ist. Aber mal ganz ehrlich: Die meisten Frauen, die ihren Kopf bedecken, haben sich bestens in unsere Gesellschaft eingegliedert: Sie studieren, üben ehrgeizig ihren Beruf aus und bemühen sich um ein gutes Zusammenleben mit ihren christlichen oder nicht gläubigen Mitmenschen. Wir sollten dem Kopftuch nicht so viel Negatives anhängen, denn es hat durchaus auch seine guten Seiten.
Burka
Die Burka
(eigentlich Burqu, aus dem Arabischen
in Pakistan auch als Barqa) ist ein Kleidungsstück, das von muslimischen
Frauen in muslimischen Ländern wie Afghanistan
und teilweise in Pakistan und Indien getragen wird und der vollständigen Verschleierung des
Körpers dient.
Die unterschiedlichen Formen von Verschleierung haben eine
lange Tradition.
Eine Bedeckung des Kopfs der Frau ist keine Erfindung des
Islams, wie die meisten denken, sondern sie wurde bereits von Beduinen als
Schutz gegen den Wüstensand benutzt. Heutzutage ist der Niqab weltweit verbreitet, der meist mit einem langen Überwurf oder
Mantel sowie einem Kopftuch kombiniert wird.
Es existiert noch eine andere Benennung des Schleiers, der Tschador, der das Gesicht ganz oder
teilweise frei lässt und als Umhang über der Kleidung getragen wird. Das Wort
kommt aus dem Hindi und bedeutet „quadratisches Tuch". Hindus und Perser trugen
das Tuch Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Islams: Die arabischen Eroberer
übernahmen ihn von den Byzantinern.
Noch heute bedecken orthodox-jüdische Ehefrauen ihr Haupthaar
durch ein Tuch oder eine Perücke; ihre Männer tragen häufig eine Kipa oder
einen Hut. Selbst in Deutschland tragen auf dem Land viele ältere Frauen bis
heute ein Kopftuch, und zu einer Papstaudienz wird keine Frau mit bloßem Haupt
erscheinen. Auch christliche Nonnen sind bedeckt.
Burkas unterscheiden sich je nach Region: In einigen Ländern
sind Burkas meist blau wie in Afghanistan, werden aber auch in anderen Farben (schwarz,
grün, orange oder weiß) gefertigt und sind kunstvoll geschmückt. In Augenhöhe
ist ein Gitter in den Stoff eingearbeitet, damit die Frau überhaupt etwas sehen
kann. Die pakistanische Burka lässt hingegen die Augen frei und besteht aus
einem schulterlangen Dreiecktuch, das das Haupthaar bedeckt. Ein weiteres Stück
Stoff wird so befestigt, dass die untere Gesichtshälfte bis zur Nase bedeckt
ist. Das ist vergleichsweise praktisch, weil es bei Bedarf abgenommen werden
kann (z. B. beim Essen), ohne die Burka komplett abnehmen zu müssen.
In Ländern wie Belgien, z.B. in der Stadt Antwerpen, ist das
Tragen der Burka völlig verboten. Wer die Anweisung der Polizei nicht befolgt, dem
droht eine Geldstrafe. Die Niederlande und Frankreiche erwägen derzeit ein Verbot
der Burka. Die französische Nationalversammlung hat die Entscheidung für ein
vollständiges Verschleierungsverbot in öffentlichen Einrichtungen bereits getroffen.
Ähnlich ist es erstaunlicherweise auch in der Türkei.
In der Schweiz dürfen Musliminnen Kopf und Körper
vollständig verschleiern.
Die Frage, die die meisten Leute interessiert, ist, ob
Frauen sich freiwillig für die Verschleierung entscheiden oder sie dazu
gezwungen werden.
- Es gibt ohne Zweifel Mädchen und Frauen, die von ihren
Eltern gezwungen werden, sich aus religiösen Gründen zu verschleiern, damit sie
von ihren Verwandten und der Gesellschaft respektiert und akzeptiert werden.
- Ehemänner zwingen ihre Frauen, sich zu verschleiern, um
die Familienehre zu schützen. Frauen sollen sich komplett bedecken, da die
nackte Haut für Männer häufig aufreizend ist und sie dadurch leicht zu
verführen sind. Die Burka symbolisiert in diesem Sinne das vollständige
Zusammengehörigkeit von Mann und Frau. Wenn die Frau das Kopftuch oder den
Schleier ablegen müsste, fürchtet sie, häufiger belästigt und bedroht werden zu können. Diese Frauen
entscheiden sich also nicht freiwillig, die Burka zu tragen, sondern müssen sie
tragen.
- Allerdings gibt es auch Frauen, die freiwillig von einer
anderen Weltanschauung zum Islam konvertieren. Sie heiraten Männer islamischer
Religion. Damit sie deren Familie zugehören und an der Gesellschaft teilnehmen
können, entscheiden sie sich für die entsprechende Familientradition.
- Einige Frauen und Mädels sind stolz darauf, ein Stück
ihrer Heimatkultur nicht zu verlieren, und möchten weiterhin ihrer
Familientradition treu bleiben.
- Die Verschleierung gewährt den Frauen Selbstbewusstsein.
Welche Gefühle haben Menschen, wenn sie verschleierten Frauen begegnen?
Die Menschen sehen darin entweder das Zeichen von
Unterdrückung oder aber den Ausdruck großer Religiosität. Einige wissen gar
nicht, wie überhaupt Kommunikation hergestellt werden kann und auf welche Art
und Weise sie seine Frau in Burka ansprechen sollen. Deren Mimik, Gestik und
ihre Körpersprache bleiben immer verdeckt und unsichtbar. Aus diesem Grund
fühlen sie sich deshalb unwohl und unsicher. Aber dieses Gefühl von
Unsicherheit ist meiner Meinung nach kein Argument dafür, ein Verbot der Burka
zu fordern.