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Kriminelle Ausländer? Drucken
 
am 08-02-2008 19:09


 

Im hessischen Landtagswahlkampf 2008 wurde das Thema Integrationspolitik besonders kontrovers diskutiert. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) setzte den Schwerpunkt auf den Umgang mit kriminellen jungen Migranten.  Gefordert wurden schnellere Abschiebung und härtere Strafen. Andere kritisierten dies scharf und hoben hervor, dass Kriminalität soziale Ursachen habe und nicht allein das Problem von Ausländern sei. Wichtiger als härtere Strafen seien eine berufliche Zukunftsperspektive und eine bessere Bildung.

Wir wollen wissen, wie diese Diskussion bei euch ankam, d.h. Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen sogenannten „Migrationshintergrund" haben.


   
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Geschrieben von: st (Gast) am 25-02-2008 13:39

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Geschrieben von: st (Gast ) am 25-02-2008 13:39

Hier der Link zu einem interessanten Interview mit dem Feuilleton-Chef der ZEIT: 
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Robin Hood

Geschrieben von: T. aus Frankfurt (Gast) am 12-02-2008 17:43

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Robin Hood

Geschrieben von: T. aus Frankfurt (Gast ) am 12-02-2008 17:43

Robin Hood, Robin Hood, reitet durch die Lande… 
 
Was bleibt vielen Jungs (und auch einigen Mädels) anderes übrig als die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums (= „Kriminalität“) - angesichts ihrer Lebensbedingungen und –chancen. Täglich werden sie von TV und Werbung mit einem Wust von Lebensidealen („Mein Haus, mein Auto, mein Boot“) bombardiert, de facto aber sind sie durch ein selektierendes Schulsystem und die Erfordernisse des Arbeitsmarkt zu billigen Sklaven verurteilt. Da ist Kriminalität für sie ein lohnender Ausweg. 
Ich bin jetzt schon sehr lange als „Servicekraft“ für MigrantInnen tätig. 
Das Wichtigste, was ich ihnen raten kann, ist: 1. Lasst Euch nicht erwischen und 2. sagt nichts ohne Euren Anwalt! 
Was mir bei meinen Schützlingen manchmal auf die Nerven geht, ist das Abrippen ärmerer Teile der Bevölkerung und das gegenseitige Beklauen. Deshalb noch ein wichtiger Tipp (der eigentlich schon seit den Zeiten Robin Hoods allgemein bekannt sein dürfte): 3. Bei den Reichen ist einfach mehr zu holen! :p

 

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Oberlehrerordnungsfinger

Geschrieben von: Nero (Gast) am 12-02-2008 12:58

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Oberlehrerordnungsfinger

Geschrieben von: Nero (Gast ) am 12-02-2008 12:58

Der Oberlehrerordnungsfinger 
 
Der Serkan und der Spyros rauchten in der Bahn ne Kippe 
Dort saß ein alter Pauker und riskiert ne dicke Lippe 
 
Der Alte regt sich auf über die Volkshygieneverletzung 
Als er noch paukte gab's dafür Problem mit der Versetzung 
 
Der Oberlehrerordnungszeigefinger was hat er sich dabei gedacht 
Er stocherte herum und hat die beiden dämlich angemacht 
 
Serkans Vater soff, hat die Mutter oft geschlagen 
Abschiebung des Vaters und der Serkan mußt's ertragen 
 
'Kümmeltürke' Serkan hat schon einiges verbrochen 
Darüber hat sein Lehrer aber nie mit ihm gesprochen 
 
Viele Blicke die er auffing in den grauen Strassen 
Sagten ihm nur eins: "Du bist ein Türke den wir hassen !" 
 
Mit 11 Jahren steckten sie ihn ins Erziehungsheim 
Er hat es nicht ertragen und wollte dort nicht sein 
 
Menschenwürde gab es für den Serkan nie im Leben 
Höchstens: "So was wie dich hätte es beim Adolf net gegeben !" 
 
Mal knackte er ein Auto, oder brach woanders ein 
Schuld an seinem Abstieg wollte er schon selber sein 
 
Und so wurde er, die 'Türkenbrut', auch ein wirklich ein 'Kanake' 
Der sich nicht benehmen kann, die allerletzte Kacke 
 
Trotzdem wollte Serkan sich und was wie 'Würde' noch erhalten 
Er schuf sich selber Grenzen und die versetzte er dem Alten 
 
Wenn der Alte ihn mit seinem Ordnungswahn versiebt 
Wollte er ihm zeigen, dass es ihn dennoch gibt 
 
Spyros zieht als Grieche auf sich nicht so viel Hass 
Schließlich sorgte Rehakles bei vielen hier für Spass 
 
Natürlich wär es besser noch für Koch und Co. gewesen 
Hätte auch der Spyros orientalischeres Wesen 
 
Daher muß der Koch auch mal nehmen dann und wann 
Was sich bietet und zum Hetze-Futter taugen kann 
 
Serkans Vergangenheit wird von der Journaille bis ins Kleinste recherchiert 
Einen Freispruch Serkans Richterin mit fettem rot markiert 
 
Niemand richtet auf den deutschen Hedonismus seinen Blick 
Diesen weltberühmten Oberlehrerordnungsfingertick 
 
In Lichtenberg und Dresden verfolgten vor Sylvester  
Deutsche jugendliche Massen teils in Stärke vom Orchester 
 
Eine afghanische Familie, zwei Sudanesen, Italiener 
Schlugen sie mit Stöcken und teils noch extremer 
 
Beschimpften sie als Araber, riefen "Ausländer raus" 
In Braunschweig liegt ein Opfer noch im Krankenhaus 
 
18000 mal haben sie 2006 zugeschlagen, die Nazis,  
Die auch der Alte Oberlehrer (ohne den Finger zu heben ?) schon ertragen 
 
Bestimmt waren es 2007 noch mehr 
Das gibt aber für Kochs Wahlkampf nichts her 
 
Keiner spricht über die braune Pest 
Aber auf "Migranten"-Kids wartet der Warnschußarrest 
 
Und wieder ruft der Postauschwitzpolitikersack 
Nach Lager und Deportation für's junge 'Kanakenpack' 
 
Zweimal hat man bereits die restliche Welt  
überfallen und ihr Mord und Totschlag bestellt 
 
Am Hindukusch will man schon wieder an seinem Bilde feilen 
wenn es darum geht erneut mit die Welt aufzuteilen 
 
Serkan und Spyros jedenfalls, so kann man lesen 
Konnten am neudeutschen Wesen nicht genesen 
 
Und weil sie deswegen auch ihre "Heimat" hassen 
Muß ihre Tat sie zu "Rassisten" werden lassen 
 
Wie zynisch kann ein CDU-Wahlkampf sein 
Wem fallen aus Machtgier solche Verbiegungen ein 
 
Die Anklage will möglichst auf Mordversuch pochen 
So bringt sie am besten die Volksseele zum Koch(en) 
 
Deshalb konnte es nicht in den Kram hineinpassen 
Dass der alte Mann nach 10 Tagen die Klinik verlassen 
 
In Mölln, Christiansen und Peters wüteten dort 
Lebt die Erinnerung an die Mörder der Arslans fort 
 
Christiansen ist frei, Peters kommt bald raus 
Verbrannten die Arslans in ihrem Haus 
 
15 Jahre könnten Serkan und Spyros in den Knast hinein 
Das könnte ja auch ein 'gerechter' Ausgleich sein 
 
Jedenfalls bemerkt man eine Erscheinung in Deutschland geringer: 
U-Bahn-Fahrgäste mit dem Oberlehrerordnungsfinger...

 

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Helfen Erziehungs-Camps?

Geschrieben von: Patricia (Gast) am 09-02-2008 16:44

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Helfen Erziehungs-Camps?

Geschrieben von: Patricia (Gast ) am 09-02-2008 16:44

Die Frage ist: Will man kriminell gewordenen Jugendlichen nicht helfen, oder wollen sie sich nicht helfen lassen? An wen kann man sich wenden? Wie kann man etwas verbessern? Welche Möglichkeiten bleiben einem, wenn man schon aktenkundig geworden ist? Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus??? Es besteht Einigkeit im ganzen Land, dass sich etwas ändern muss. Fragt sich nur, was. Kann man schon etwas tun, bevor es überhaupt dazu kommt, dass es ausartet? 
 
Bei vielen Jugendlichen fängt die Problematik schon in der Pubertät an. Geplatzte Träume, Stress in der Schule, Stress mit den Eltern, keine Zukunftsperspektiven … All das und noch mehr können ein Grund dafür sein, warum Jugendliche auf die falsche Bahn geraten. Was dann?  
 
Jugendliche in solchen Situationen werden eindeutig zu wenig unterstützt. Oder sie wissen einfach nicht, wie ihnen geholfen werden kann. Der leichteste Weg für sie scheint es, kriminell zu werden, ohne über die möglicherweise langfristigen Konsequenzen nachzudenken. Dann ist es manchmal zu spät, und sie haben sich die Zukunft verbockt. Der Eintrag bleibt nicht nur in der Akte, sondern haftet den Jugendlichen wie eine schleimige Spur an und bleibt als negativer Beigeschmack in der ganzen Zukunft erhalten. Dass sich Jugendliche durch große Fehler die Zukunft erschweren und wir (die Gesellschaft) das zulässt, zeigt, dass wir ein riesiges Problem haben. 
 
Erziehungs-Camps, Anti-Gewalt- oder Anti-Aggressions-Trainings können sicher dabei helfen, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen und bessere Lösungswege für die eigenen Probleme zu finden. Aber wenn man dann zurück im normalen Alltag ist, dann sind da wieder die gleichen alten Probleme: der Stress mit den Eltern, Schulden, geplatzte Träume – alles das ist noch da. Freunde können einen da oft nicht wirklich unterstützen. Eigentlich bräuchte man dann jemand, der sich auskennt und der einem wirklich helfen kann, neue und bessere Lösungen zu finden.  
 
Wichtig ist aber, dass man nicht – wie z.B. bei Bewährungshelfern – zwei Wochen auf einen Termin warten muss. Denn in der Zwischenzeit kommt man doch immer wieder nur auf die gleichen, alten und oft nicht legalen Lösungswege.

 

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Soziales Umfeld

Geschrieben von: Eugen (Gast) am 09-02-2008 16:30

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Soziales Umfeld

Geschrieben von: Eugen (Gast ) am 09-02-2008 16:30

Nachdem Koch das Thema in den Medien hochgepusht hat, ist die Kriminalität in Deutschland scheinbar noch mehr gestiegen. Meiner Meinung nach war sie aber bis zu diesem Zeitpunkt einfach nur unsichtbar für den größten Teil der Gesellschaft. Ich hab noch nie so viele FETT gedruckte Berichte in der Zeitung gelesen, die nur um die Jugendkriminalität gingen. Sogar ein paar alte Freunde hab ich in der Zeitung wiedergesehen, sie waren auf einem der vielen Fotos. Sie wurden kriminell durch die Umgebung, in der sie wohnen, denn das ist nicht grade die schönste Welt, die man sich vorstellen kann. Es leben ungefähr 20, vielleicht aber noch mehr verschiedene Nationalitäten in einer Siedlung, wo sich nachts kaum einer nach draußen traut, da er Angst hat, ausgeraubt oder verprügelt zu werden. Ich bin selber dort aufgewachsen und bin dann von dort weggezogen, da meine Eltern keine Lust mehr auf diese Umgebung hatten. Dort gab es viel Kriminalität, die Jugendlichen hingen auf der Straße rum, wenn Frauen vorbeigingen, wurden sie angemacht, anderen wurden Schimpfworte hinterher gerufen. Die meisten dort waren arbeitslos, hatten nichts zu tun, hatten keinen Schulabschluss und wenig Aussicht darauf, mal einen guten Job zu kriegen. Wenn sie Geld brauchten, haben sie was geklaut und dann verkauft oder sie haben Leute „abgezockt“, also ausgeraubt. Deshalb hab ich mich auch nicht gewundert, als ich die alten Freunde dort gesehen habe, denn in der Siedlung ist jeder Zweite kriminell. Mann isst da aus einem Topf und geht den gleichen Weg. Es ist halt so, wenn man alle Migranten in eine Tüte stopft.  
 
Wenn ich da wohnen geblieben und weiter auf die gleiche Hauptschule gegangen wäre, hätte ich vielleicht das gleiche Schicksal gehabt. Erst als ich weggezogen war und andere Freunde hatte, bin ich auf die Idee gekommen, auf die Realschule und dann weiter aufs Gymnasium zu gehen. Da hab ich erst gemerkt, dass ich das kann und dass man nur mit einem guten Schulabschluss Chancen auf eine bessere Zukunft hat.

 

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