Das
KZ Auschwitz wurde im April 1940 gegründet. Es war zunächst als
Terrorwaffe der SS gegen politische Gefangene aus Polen gedacht. Später
wurden nach Auschwitz Juden aus ganz Europa, sowjetische
Kriegsgefangene und Zigeuner gebracht, um sie dort zu vernichten.
Auschwitz hatte für die SS eine sehr gute Lage, weil dort der
Knotenpunkt mehrerer Bahnlinien war.
Die ersten Gefangenen kamen am 14. Juni 1940. Es waren 728 polnische
Gefangene aus dem Gefängnis in Tarnow. Die Durchschnittszahl der
Gefangenen betrug in der Anfangszeit 13.000 - 16.000. 1942 waren es
bereits über 20.000, so dass die Größe des Lagers kontinuierlich wuchs.
Von Beginn an war das KZ Auschwitz I als eine Todes-Fabrik gedacht. Der
erste Kommandant war Rudolf Höß, der beauftragt wurde, eine möglichst
perfekte Methode zu finden, um in kürzester Zeit so viele Menschen wie
möglich zu exekutieren. Seine Arbeit, die er später als befehlsgebunden
rechtfertigte, hat er mit großem Eifer ausgeführt.
Das KZ Auschwitz I ist sieben Hektar groß und ist mit mehreren Reihen
Stacheldraht umzäunt, der mit 380 Volt geladen war. Direkt über dem
Eingang zum Lager ist ein zynischer Spruch angebracht: „Arbeit macht
frei“.
An jedem Arbeitstag mussten die Gefangenen zweimal täglich durch das
Tor marschieren, wo eine Kapelle mit KZ-Häftlingen aufgestellt war, die
für die SS- Leute aufspielen mussten und ihnen das Zählen erleichtern
sollten.
Die Gefangenen mussten im KZ Auschwitz schwere
Arbeiten verrichten, bis sie völlig erschöpft waren und in Massen ins
Gas geschickt oder einzeln erschossen wurden. Außerdem wurden an ihnen
mehrere sinnlose Experimente durchgeführt. Nach 1942 wurden in
Auschwitz und Birkenau sehr viele europäische Juden direkt ins Gas
geschickt, ohne vorher registriert worden zu sein. Daher müssen die
tatsächlichen Opfer anhand der Verladelisten der Deportierten
rekonstruiert und können nur geschätzt werden: Die Zahl bewegt sich
zwischen 1,1 und 1,5 Millionen.
Allen Juden, die ins Stammlager kamen, wurde vorgegaukelt, dass sie nur
umgesiedelt wurden. Besonders betraf dies Juden aus Griechenland und
Ungarn, denen die Deutschen angebliche Grundstücke und Geschäfte in
Polen verkauft und ihnen Arbeitsplätze in fiktiven Fabriken versprochen
hatten. Nach der Ankunft im Lager wurde den Juden ihr
gesamtes Hab und Gut abgenommen. Danach wurden sie direkt in die
Gaskammer geschickt - unter dem Vorwand, sie sollten sich duschen und
würden danach eine Mahlzeit erhalten. Alte und kranke Menschen,
Schwangere sowie „hässliche“ Kinder wurden von Ärzten per Handzeichen
selektiert. Von jedem ankommenden Transport waren es ca. 80%, die direkt
ins Gas geschickt wurden, ohne vorher registriert worden zu sein. Um 1500 Menschen
in der Gaskammer töten zu können, benötigte man 5-7 Kilo Zyklon B, das
von der Degesch AG, einer Tochter der Degussa in Frankfurt am Main,
produziert wurde.
Die Häftlinge bekamen am Tag 1300 - 1700 Kalorien zu essen: zum
Frühstück einen halben Liter Kaffee oder Kräutertee; zum Mittagessen
einen halben Liter Suppe, zum Abendessen 300 - 350 Gramm Brot und
zusätzlich 30 Gramm entweder Wurst, Käse oder Margarine sowie
Kräutertee. Schwere Arbeit und die schlechte Qualität des Essens
führten zu Durchfall, Typhus und zum Tod. In der Ausstellung haben wir
Fotos von erwachsenen weiblichen Häftlingen gesehen, die nach der
Befreiung nur noch 23 - 35 Kilo wogen.
Carl Clauberg, einer der KZ-Ärzte, führte
Sterilisationen an Jüdinnen durch, um eine perfekte Methode zum
Ausrotten anderer Völker zu finden. Dr. Josef Mengele führte genetische
und anthropologische Versuche an Zwillingskindern wie auch an
Behinderten durch. Es gab keine Medikamente, und nach der Befreiung
hatten Häftlinge, die nicht gestorben waren, schlimme gesundheitliche
Schäden.
Im Block 11, auch „Todesblock“ genannt, gab es vier
Zellen, in denen die Gefangenen, zu viert auf 90 cm mal 90 cm stehend,
für mehrere Tage verharren mussten. In anderen Zellen sind die
Häftlinge aufgrund von Platzmangel an Erstickungen oder an Hunger
gestorben. Zwischen Block 11 befand sich die Todeswand, an der
insgesamt ca. 10.000 Leute umgebracht wurden.
Nach der Befreiung des KZ Auschwitz wurden volle und leere Dosen mit
Zyklon B gefunden, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind. Auch
Papiere beweisen, dass Zyklon B aus Dessau nach Auschwitz geliefert
wurde. Schließlich wurden sieben Tonnen Haare und Stoffe, die aus den
Haaren der getöteten Häftlinge produziert waren, gefunden, sowie andere
Gegenstände wie Koffer, Töpfe, Brillen, Bürsten, Prothesen usw.
Im KZ Auschwitz ist im Stammlager eine Ausstellung über die
gesamte KZ-Geschichte zu sehen. Zur Erinnerung steht dort eine Urne mit
der Asche der vergasten und verbrannten Leute. Eigene Gefühle beim Besuch von Auschwitz sind mit Worten kaum zu
beschreiben. Daher ist ein Besuch empfehlenswert, um sich eigene
Gedanken zu machen. Dieses schreckliche Ereignis ist Vergangenheit und
soll in der Gegenwart und in der Zukunft niemals wieder vorkommen.