Beim
Mixstory-Seminar haben wir den Film Persepolis
gesehen. Er hat mir sehr gut gefallen, und ich möchte auch euch empfehlen, ihn
euch anzuschauen.
Im
Zeichentrickfilm Persepolis erzählt
die Iranerin Marjane Satrapi
eindrucksvoll und voller Selbstironie von ihrer Kindheit in Teheran, den
Jugendjahren in Wien und ihrer Rückkehr in die Heimat.
Marjane wächst in einem
westlich orientierten Elternhaus auf. Ihre Eltern sind weltoffen und gut
situiert. Eine unbekümmerte Jugend ist vorgezeichnet. Eine wichtige
Bezugsperson ist die Großmutter mit ihrem eigenwilligen Charakter, ihrer großen
Lebenserfahrung und dem Motto, das sie der kleinen Marjane mit auf den Weg gibt:
Immer integer bleiben und sich selbst niemals verleugnen. Doch erweist sich
dieser Weg dann als steinig. Marjane ist bereits als Kleinkind rebellisch und
unangepasst. Ihr Charakter bringt sie immer wieder in Konflikt mit
Autoritätspersonen und vor allem den islamischen Sittenwächtern, die nach der
Revolution das öffentliche Leben kontrollieren. Sie entdeckt auf dem
Schwarzmarkt die westliche Pop- und Rockmusik von ABBA bis Iron Maiden.
Als der Iran vom Irak
angegriffen wird, schicken die Eltern die erst 14-jährige Marjane nach Wien ins
Exil. Dort wird sie auf einem französischen Gymnasium allmählich zur Frau. Das
exotische Wien bildet die Kulisse eines schwierigen Erwachsenwerdens zwischen den
Kulturen und nahe am Abgrund. Es ist eine typisch westliche Jugendzeit voller
Versuchungen, die aber durch den fremden Blickwinkel von Marjane fasziniert und
neu erlebt werden kann. In Wien hat sie sich unglücklich verliebt und fast den
Boden unter den Füßen verloren. Sie ist dann nach Teheran zurückgekehrt.
Als sie nach Teheran zurückgekommen
ist, ist sie in dem Land, in dem sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr gelebt hat, zu
einer Fremden geworden. Am Anfang war es für sie schwierig, damit zurecht zu
kommen, vor allem damit, dass sie nicht überall ihre Meinung äußern durfte; wenn sie es trotzdem machte, musste sie mit den Konsequenzen leben. Sie war es nicht gewohnt, dass siesich in der Öffentlichkeit nicht mit ihrem
Freund zeigen konnte, sondern es jetzt geheim halten musste, bis sie verheiratet
war. Doch zeigt der Film auch, wie man durch mutiges Auftreten in der Öffentlichkeit
die Machthaber in Verlegenheit bringen kann.