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Tendenzen der Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund:
Die Benachteiligung von Migrationkinder und -jugendlichen zeigt sich daran, dass sie an deutschen Hauptschulen, Sonderschulen und Schulen für Lernbehinderte überrepräsentiert und an Gymnasien unterrepräsentiert sind. Zum Vergleich: 1984 erwarben lediglich 4% der ausländischen Schülerinnen und Schüler die Allgemeine Hochschulreife - gegenüber 22% der deutschen Vergleichgruppe. 1999 stiegen diese Zahlen auf jeweils 9,9% bzw. 25,4%. Allerdings muss mit Blick auf den Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss eher von einem Rückschritt gesprochen werden: Bundesweit verlassen ein Fünftel der Migrationsjugendlichen die Hauptschule ohne Abschluss. Im Gegensatz dazu sind es bei den deutschen Jugendlichen nur 8%.

Sprache ist der Schlüssel zur Integration!!!

Der Spracherwerb als Ressource ist von großer Bedeutung. Erst durch profunde Kenntnisse der Landesprache ist eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möglich. Dies ist ein zentraler Bestandteil der sozialen Integration in die Aufnahmegesellschaft.

Die drei wichtigsten Funktionen der Sprache:
  1. Sprache ist ein Symbolträger, mit dem Dinge bezeichnet, innere Zustände ausgedrückt, Anforderungen transportiert und Situationen definiert werden, so auch eventuelle Diskriminierungen durch einen Akzent.
  2. Sprache ist eine wertvolle Ressource, über die andere Ressourcen erlangt werden können.
  3. Sprache ist das wichtigste Medium der Kommunikation.
Ergo: Voraussetzung für Integration: Das Beherrschen der deutschen Sprache.
Gerade an Schulen mit hohem Anteil ausländischer Schüler besteht auch die Gefahr kultureller und gesellschaftlicher Konflikte. Interkulturelle Erziehung wirkt vermittelnd und hat daher große Bedeutung bei der Erfüllung des allgemeinen Erziehungsauftrag. Die Schule hat allerdings nur einen begrenzten Zeitraum zur Förderung der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Der weitaus größte Teil der erzieherischen Betreuung geschieht im Elternhaus (zumindest solange es keine Ganztagsschulen gibt). Die verantwortliche Mitarbeit der ausländischen Eltern bei der Bildung ist daher unverzichtbar.

Eigene Erfahrung
Ich besuche zurzeit die Berufschule. In meiner Klasse bin ich die einzige Russland-Deutsche, der Rest sind Afghanen und Türken. Wir haben uns im Unterricht einen Film über den Krieg zwischen Russland und Afghanistan angeschaut. In dem Film ging es um den Hass  der Afghanen auf die Russen. Schon während des Films wurde ich direkt als Russin angesprochen und beleidigt, mit Aussprüchen wie „Eure Frauen sind alle Schlampen, Allah wird euch alle bestrafen." Außerdem wurde ich ausgelacht; ich habe mich angegriffen, gedemütigt und dumm gefühlt. Ich habe mich gewehrt und gesagt, dass ich wenigstens dazu stehe, mich zu schminken. Der Lehrer hat nicht mit uns über den Film diskutiert und meinte nur, ich müsste mich anpassen. Das finde ich ungerecht, mit Integration hat das nichts zu tun. Wenn man solche Filme zeigt, dann muss man auch darüber sprechen und kann die Aggressionen nicht einfach im Raum stehen lassen.