Auf dem Mixstory-Treffen in Gelsenkirchen haben wir uns den
Film Solino angesehen. Wir haben uns ihn gerne angesehen, denn er ist nicht nur
lustig, sondern vermittelt auch etwas von
dem italienischen Temperament. Bei dem Film geht es um die Themen Familie, Migration,
Arbeit und die manchmal schwierige Eingliederung in ein fremdes Land.
Die Familie Amato beschließt 1964, nach Deutschland
auszuwandern und sich in Duisburg niederzulassen. Doch wirklich glücklich ist
keiner von ihnen: Rosa fühlt sich in Deutschland nicht heimisch und Romano, der
anfangs in der Zeche arbeitet, wirkt ebenfalls unglücklich und schafft es
nicht, sich mit dem harten Leben unter Tage abzufinden. Romano sucht daraufhin
einen neuen Job, und irgendwann hat Rosa die Idee, italienische Gastarbeiter
mit leckerem italienischem Essen zu verwöhnen und eine Pizzeria zu eröffnen.
Sie nennen diese Solino, benannt nach ihrer Heimatstadt.
Die Kinder der beiden, Giancarlo und Gigi, freunden sich mit
der deutschen Nachbarstochter Jo an, die sie seit ihren Kindertagen durchs Leben
begleitet. Später ziehen sie zusammen in eine WG und stehen plötzlich vor einem
Problem, weil sich beide in Jo verliebt haben. Gigi und Jo werden ein Paar,
womit Giancarlo nicht zurechtkommt, denn er ist sehr neidisch und eifersüchtig
auf seinen Bruder. Er wird ihm das Leben noch sehr lange ziemlich schwer machen
und schmückt sich sogar mit den Federn seines Bruders, als sein Bruder einen
wichtigen Filmpreis gewinnt und sich Giancarlo für ihn ausgibt. Dies führt letztendlich
dazu, dass sie über längere Zeit nicht mehr miteinander reden. Zeitgleich
erwischt Rosa ihren Mann inflagranti mit einer Nachbarin. Rosa verlässt ihren
Mann, zieht zunächst zu ihren Kindern, wird aber unheilbar krank. Sie leidet an Leukämie.
Da sie nicht weiß, wie lange sie noch leben wird und sich in Deutschland sowieso
niemals wohlgefühlt hat, kehrt sie zurück nach Solino. Ihr jüngster Sohn
Gigi begleitet sie, weil er es nicht übers Herz bringt, seine Mutter in ihrer
Situation alleine zu lassen - ganz im Gegenteil zu seinem Vater und dem Bruder.
Gigi, der von Fotos und Filmen fasziniert war, seitdem er
klein ist, behält sein Ziel immer vor Augen und wird es auch in Italien weiterverfolgen.
Er freundet sich dort erneut mit Ada an, seiner Freundin aus der Kindheit. Später
eröffnen sie zusammen ein Freilicht-Kino, in dem er seine Filme zeigt. In der
Zwischenzeit hat Gigi jeglichen Kontakt zu seinem Vater und seinem Bruder abgebrochen,
aber zu seiner Hochzeit hat er alle eingeladen. Giancarlo war zur Hochzeit erstmals seit seiner Kindheit wieder
in Solino, sein Vater kam erst gar nicht, denn er wollte sich nicht vor allen
im Dorf blamieren. Jeder im Dorf wusste nämlich, dass er seine Frau betrogen
und ihr in der schweren Zeit ihrer Krankheit nicht beigestanden hatte - so wie
er ihr es an ihrer Hochzeit versprochen hatte: in guten so wie in schlechten
Zeiten...
Ich persönlich finde den Film echt gut: Ständig ist was los,
an manchen Stellen kann man sich vor lauter Lachen kaum halten, und an manchen
Stellen ist man den Tränen nahe, sehr nahe... Aber am besten bildet ihr euch eine
eigene Meinung. Seht ihn euch an!