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wurden Oswiecim die Stadtrechte verliehen, und bis Mitte des 15. Jhdt.
wohnten dort überwiegend durchreisende Juden. Das Recht, sich auf Dauer
auf dem Territorium des Herzogtums niederzulassen, erhielten Juden erst
nach dem Kauf des Herzogtums durch den polnischen König Kazimierz
Jagiellończyk (1457).
Um den Zuzug von Juden in
die Stadt zu regulieren, verbot König Siegmund August im Jahr 1563 die
Erhöhung der Zahl der Juden in Oswiecim. Außerdem untersagte er ihnen
den Erwerb und den Bau von Häusern am Markt. 25 Jahre später schenkte
Jan Piotraszewski den ortsansässigen Juden sein Haus und sein
Grundstück, wo danach eine Synagoge für die Gemeinde errichtet wurde.
Im
Jahr 1636 gewährte Wladyslaw IV. Waza, König von Polen, der Jüdischen
Gemeinde in Oswiecim das Recht, eigene Häuser zu bauen, diese zu
besitzen und eigene Synagogen sowie Friedhöfe zu unterhalten. In der
Folge vergrößerte sich die jüdische Bevölkerung und bestand 1765 aus
133 Personen. 1804 gründete der jüdische Unternehmer Jacob Haberfeld
eine Spirituosenfabrik, die bald in ganz Europa bekannt wurde. Um diese
Zeit betrug die Bevölkerung von Oswiecim bereits 5054 Personen; davon
waren 2535 Juden (50,1%). 1900 besaß die Stadt zehn Synagogen. Der Gemeinderat bestand vier
Jahre später aus 24 Mitgliedern, darunter
13 Juden. 1932 wuchs der Gemeinderat auf 32 Mitglieder, davon 18
Juden. 1939 war die Stadt auf 14.000 Einwohner gewachsen; davon waren 8200
Juden (58.5%). Traditionell blieb der Bürgermeister dennoch Katholik.
Nachdem im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, wurde
Oswiecim von den Nazis eingenommen. Die Synagoge in der
Berek-Joselewicz-Straße wurde niedergebrannt. 1941 wurden die jüdischen
Bewohner von Oswiecim in Ghettos untergebracht, die sich in Bedzen und
Sosnowiec befanden.
Januar 1945: Die KZs in Auschwitz und Birkenau sowie die Gemeinde
Oswiecim wurden von der Roten Armee befreit. Die ehemaligen Einwohner
von Oswiecim kehrten im Juni 1945 zurück. Ein Jahr später zählte die
Jüdische Gemeinde von Oswiecim wieder 40 Personen, bevor im Juli 1946
der Pogrom von Kielce den auch nach Kriegsende anhaltenden
Antisemitismus in Polen dokumentierte. In den darauffolgenden zehn
Jahren verließ die Mehrheit der verbliebenen Juden Oswiecim und
siedelte nach Israel oder in die USA aus. Im Mai 2000 starb mit Shimon
Klueger der letzte praktizierende Jude in Oswiecim.